Erich Mendelsohn bezieht sich hier auf das Buch "Formprobleme der Gotik" von Wilhelm Worringer. Es war 1911 in erster Auflage in München erschienen.
↩Am 19. Mai 1914 feiert Luise Maas ihren 20. Geburtstag.
↩Diese Briefstelle dokumentiert, dass Mendelsohn schon vor dem Ersten Weltkrieg beabsichtigt, Blätter seines graphischen Werkes im Kunsthandel anzubieten und reproduzieren zu lassen.
Im Herbst 1919 wird er in der Kunstgalerie von Paul Cassirer in Berlin eine Ausstellung seiner Skizzen unter dem Titel: Erich Mendelsohn, "Architekturen in Eisen und Beton" zeigen. Sie ist eine der Maßnahmen, die er in der Not der frühen Nachkriegsmonate ergreift, um erfolgreich Aufträge zu akquirieren.
↩Möglicherweise erhofft Mendelsohn sich Unterstützung durch Sergej Grusenberg, der bereits Illustrationen publiziert hat.
Das Verhältnis Mendelsohn - Grusenberg ist dezeit noch gänzlich unerforscht.
↩Haben Sie zu diesem Brief, Person oder dem Text Fragen oder Hinweise? Zögern Sie nicht, senden Sie uns Ihr Anliegen.
München den 18 Mai 14
Isabellastraße 26. G.
ich muß Ihnen doch raten,
die Formprobleme ganz
zu studieren.
1
Es steht da in
jedem Absatz so viel drin,
so einfach Neuartiges, daß
lhnen mit der Erkenntnis
des gotischen Formproblems
die Entwicklung der ganzen
Kunst und die treibenden
Elemente unseres heutigen,
so frohen
Kampfes aufgehen wer-
den.
Solche Bücher sind selten
und gerade die Ausdeh-
nungsmöglichkeit seiner
Gedanken über die eine
Zeit hinweg auf alle
Kunstproduktion weist
ihm eine höhere weil
umfassendere Aufgabe zu. -
Zum Studium des Buches
nehmen Sie neben den
Abbildungen auch eine Kunst-
geschichte hinzu, sodaß Ihnen
alle Merkmale gegenwärtig
werden. Und fragen Sie mich.
Die Mappe zum 19. mit
allen Glückwünschen von
ganzem Herzen.
2
Die Reproduktionen werde
ich seiner Zeit mit den
Originalen vertauschen,
wenn ich, wie hier beab-
sichtigt wird, die Mappe im
Kunsthandel herausgebracht
habe.
3
Die Mappe für Sie soll alle
folgenden Blätter aufnehmen.
Ich werden heute noch Grusenberg
schreiben und ihn zu erreichen
suchen, morgen in Ge-
danken bei Ihnen sein.
4
Immer Ihr Freund
Erich